08.03.2006 - Was passiert in der Schachwelt?

Derzeit läuft eins der drei oder vier großen GM-Turniere im Jahreskreis, der Achtkampf in Linares. Zwar fehlen Vishy Anand und Vladimir Kramnik, doch ist der stets kämpferisch aufgelegte Weltmeister Veselin Topalov wieder dabei. Und mit Swidler, Aronian, Leko und Ivanchuk sind insgesamt 5 der 7 weltbesten, aktiven Schachspieler am Start. Topalov hatte eine grottenschlechte erste Turnierhälfte und lag auf dem letzten Platz, ehe er sich mit drei Siegen in Folge wieder in Siegweite zurückkatapultierte.
Tägliche Live-Übertragungen gibt es ebenfalls.

Weiterhin läuft derzeit die Endrunde der deutschen Bundwehrmeisterschaft im Schach. Qualifiziert dafür hat sich unser Thomas Fiebig, der sich als Wehrdienstleistender in Koblenz in der Vorrunde bereits gegen einige 2200er und 2100er durchsetzte. Leider ist diese Meisterschaft nicht im Netz vertreten.

Thomas wurde letztlich Vizemeister hinter einem IM.




12.10.2005 - Veselin Topalov ist der neue Champion

Nachdem die Partien der vorletzten Runde der FIDE-WM gestern alle Remis endeten, gibt es auch keine theoretische Chance mehr für Anand, Swidler und Co., den Bulgaren Topalov noch abzufangen. Mit 1,5 Punkten Vorsprung vor der der letzten Runde darf er sich bereits über den Weltmeistertitel freuen. Aufgrund seiner aggressiven und kreativen Spielweise, nicht nur in diesem Turnier sondern bereits im gesamten Jahr, hat er Titel mehr als verdient.




12.10.2005 - Topalov so gut wie Weltmeister

Die Schachweltmeisterschaft der FIDE neigt sich dem Ende, zwei Partien stehen noch nach dem heutigen, letzten Ruhetag aus. Der Bulgare Veselin Topalov, der eine außerirdische Hinrunde spielte mit 6,5 Punkten aus 7 Partien, hat in der Rückrunde nichts mehr anbrennen lassen. Weder Anand und Swidler, seine schärfsten Verfolger, noch Leko, Adams oder Morozevich konnten ihn in Verlegenheit bringen. Er remisierte alle Partien und steht nun mit 1,5 Punkten Vorsprung kurz vor seiner Krönung. Nach dem Ruhetag kann er mit einem Sieg über Judith Polgar, die das Tabellenende ziert, die Felle endgütlig ins Trockene bringen.
Die Partien können u.a. bei Chessgate betrachtet werden.




05.10.2005 - Elo-Leistung von 3142, Topalov macht sie alle platt!

Ein überragender Veselin Topalov deklassiert derzeit die Weltelite während der Schachweltmeisterschaft der FIDE. Kurz vor Ende der Hinrunde hat der Bulgare mit fünf Siegen und nur einem Remis zwei ganze Punkte Vorsprung auf Vishy Anand (2 Siege bei einer Niederlage). Topas Turnierleistung beträgt somit im Moment 3142 Elopunkte, ein unfassbarer Wert!
Im Schatten dieser Leistung übersieht man rasch die Klasse des Turniers. Keine Kurzremise, Kampfschach und eine ungewöhnlich niedrige Remisquote. Die Weltelite legt sich ins Zeug. Ob man den davoneilenden Tabellenführer jedoch noch stellen kann, ist fraglich. Heute darf es der Titelverteidiger Rustam Kasimdzhanov versuchen, der mit 50% auch viel besser im Turnier liegt, als es ihm viele zugetraut hätten.
Die Partien können u.a. bei Chessgate betrachtet werden.




02.10.2005 - Riesen-Partien bei der Schach WM, Remisquote unter 40% !!

Es fliegen die Fetzen bei der Schachweltmeisterschaft der FIDE. In den ersten vier Runden wurden glatte 10 Partien von insegsamt 16 entschieden, die Remisquote ist niedrig wie noch nie bei einem Turnier solcher Klasse. Nachdem Vishy Anand in der vierten Runde gegen den Titelverteidiger Rustam Kasimdzhanov überzog und verlor, musste er seine Führung auch an Veselin Topalov abgegeben, der derzeit mit 3,5/4 das Feld dominiert. Die Partien können u.a. bei Chessgate betrachtet werden.




26.02.2005 - Bye bye Garry, Kasparov gewinnt Linares und tritt ab

Die Meldung schlug ein wie eine Bombe! Kurz nach seinem Sieg im zweitwichtigsten Turnier des Jahres gab der Weltranglistenerste Garry Kasparov seinen Rücktritt vom Schachsport bekannt. Zuvor hatte er eine bittere Niederlage in nur 30 Zügen gegen den sensationell aufspielenden Veselin Topalov hinnehmen müssen. Topalov spielte das Turnier seines Lebens und endete punktgleich mit 8/12 auf Platz 1, gemeinsam mit Kasparov.
Dennoch stahl Garry dem Bulgaren auch am Schlusstag von Linares die Show. Sein Rücktritt lässt viel Raum für Spekulationen. Er selber gab wachsende Unzufriedenheit mit dem Weltschachbund FIDE als einen Grund an; mehrfach gelang es nicht,
einen WM-Kampf mit Kasparovs Beteiligung zu organisieren.
Doch was sind die wirklichen Gründe? Sicher hat die Niederlage gegen Topalov nichts mit dem Rücktritt zu tun, denn zuvor spielte Kasparov wieder einmal ein fantastisches Turnier. Es liegt nun auch die Vermutung nahe, dass Kasparov eine politische Karriere anstrebt. 2008 sind in Russland neue Präsidentenwahlen und einflussreiche, finanziell potente Leute spielen mit dem Gedanken, u.a. um Kasparov herum eine neue Opposition in Russland zu gründen.
Will Kasparov nun Putin beerben? So weit ist man sicher noch nicht. Unumstritten ist aber, dass Kasparov, übrigens im genauen Gegenteil zu seinem früheren Widersacher Anatoly Karpov, schon immer ein Gegner der regierungsbildenden Partei war.

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01.10.2004 - Weltmeisterschaft: Kramnik erwischt den besseren Start

Nach vier bislang gespielten Partien führt der Titelverteidiger Wladimir Kramnik in seinem WM-Match gegen den Ungarn Peter Leko mit 2,5:1,5. Der amtierende Weltmeister konnte sofort die erste Partie des auf 14 Spiele angelegten Wettkampfs für sich entscheiden. Leko gelangte im Auftaktmatch mehrfach in Zeitnot, während die Stellung mit ungewöhnlicher Materialverteilung stets kompliziert blieb, und griff kurz vor der 2.Zeitkontrolle fehl, als er einen kleinen Trick Kramniks übersah. Die zweite Partie endete dann schnell Remis. In Partie drei kam erneut die russische Verteidigung aufs Brett. Leko wich im 16. Zug von der Vorgängerpartie ab, doch Kramnik zeigte sich erneut unglaublich gut vorbereitet und präsentierte eine weitere Neuerung (Dc2). Leko investierte viel Zeit, konnte jedoch erneut nichts aus dem Anzugsvorteil machen und willigte bald darauf ins Remis ein. In der gestrigen vierten Partie ging es aus einer scheinbar normalen Stellung gegen Ende heiß her, als Leko mehrfach Vereinfachungen auswich. Am Ende war er es jedoch, der mit einem Minusbauern im Turmendspiel um das Remis kämpfen musste, das er später auch erreichte.
Somit steht es nach vier gespielten Partien 2,5:1,5 für Kramnik. Leko benötigt mindestens zwei Siege, um Kramnik vom Thron zu stoßen. Die nächste Möglichkeit dazu hat er am morgigen Samstag.

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27.02.2004 - Zwischenstand vom "Wimbledon des Schachs"

Man stelle sich vor: In fünf Runden würde nur eine Partie entschieden, die 14 anderen enden Remis! Das klingt ja schon fast nach unseren Schieber-Vereinsmeisterschaften der frühen 90er-Jahre! So geschehen allerdings in Linares, dem "Wimbledon des Schachs", seit Jahren das am stärksten besetzte Schachturnier im Jahreskreis.
Zur Ehrenrettung der sieben beteiligten Großmeister sei allerdings angefügt, dass die meisten Unentschieden Kampfremise waren. Und in Runde sechs gab es ein weiteres "Resultat". Nachdem in Runde 1 Peter Leko gewann, durfte sich Alexej Shirov über den ersten vollen Punkt freuen. Opfer war beide Male der Nachwuchsstar Teimor Radjabov.
Doch im siebten Durchgang, dem letzten der Hinrunde, schlugs ein! Obwohl Radjabov spielfrei war, wurden alle drei Paarungen entschieden. Kasparov schlug den jungen Spanier Vallejo, Kramnik besiegte Topalov und Leko rang Shirov nieder.
So führt nach der Hälfte des Turniers Leko mit 4/6 vor Kasparov und Kramnik mit 3,5/6. Shirov fiel zurück auf 50%, Topalov und Vallejo haben 2,5 Punkte auf ihrem Konto und Radjabov hält mit 2/6 die rote Laterne.
Seien wir gespannt, was die Rückrunde bringt.

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