Derzeit
läuft eins der drei oder vier großen
GM-Turniere im Jahreskreis, der Achtkampf
in Linares. Zwar fehlen Vishy Anand und
Vladimir Kramnik, doch ist der stets kämpferisch
aufgelegte Weltmeister Veselin Topalov wieder
dabei. Und mit Swidler, Aronian, Leko und Ivanchuk
sind insgesamt 5 der 7 weltbesten, aktiven Schachspieler
am Start. Topalov hatte eine grottenschlechte
erste Turnierhälfte und lag auf dem letzten
Platz, ehe er sich mit drei Siegen in Folge
wieder in Siegweite zurückkatapultierte.
Tägliche
Live-Übertragungen gibt es ebenfalls.
Weiterhin läuft derzeit die Endrunde der
deutschen Bundwehrmeisterschaft im Schach. Qualifiziert
dafür hat sich unser Thomas Fiebig, der
sich als Wehrdienstleistender in Koblenz in
der Vorrunde bereits gegen einige 2200er und
2100er durchsetzte. Leider ist diese Meisterschaft
nicht im Netz vertreten.
Thomas
wurde letztlich Vizemeister hinter einem IM.
Nachdem die
Partien der vorletzten Runde der FIDE-WM
gestern alle Remis endeten, gibt es auch keine theoretische
Chance mehr für Anand, Swidler und Co., den Bulgaren
Topalov noch abzufangen. Mit 1,5 Punkten Vorsprung vor
der der letzten Runde darf er sich bereits über den
Weltmeistertitel freuen. Aufgrund seiner aggressiven und
kreativen Spielweise, nicht nur in diesem Turnier sondern
bereits im gesamten Jahr, hat er Titel mehr als verdient.
Die Schachweltmeisterschaft
der FIDE neigt sich dem Ende, zwei Partien stehen noch nach
dem heutigen, letzten Ruhetag aus. Der Bulgare Veselin Topalov,
der eine außerirdische Hinrunde spielte mit 6,5 Punkten
aus 7 Partien, hat in der Rückrunde nichts mehr anbrennen
lassen. Weder Anand und Swidler, seine schärfsten Verfolger,
noch Leko, Adams oder Morozevich konnten ihn in Verlegenheit
bringen. Er remisierte alle Partien und steht nun mit 1,5
Punkten Vorsprung kurz vor seiner Krönung. Nach dem Ruhetag
kann er mit einem Sieg über Judith Polgar, die das Tabellenende
ziert, die Felle endgütlig ins Trockene bringen.
Die Partien können u.a. bei Chessgate
betrachtet werden.
Ein überragender
Veselin Topalov deklassiert derzeit die Weltelite während
der Schachweltmeisterschaft
der FIDE. Kurz vor Ende der Hinrunde hat der Bulgare mit fünf
Siegen und nur einem Remis zwei ganze Punkte Vorsprung auf Vishy
Anand (2 Siege bei einer Niederlage). Topas Turnierleistung
beträgt somit im Moment 3142 Elopunkte, ein unfassbarer
Wert!
Im Schatten dieser Leistung übersieht man rasch die Klasse
des Turniers. Keine Kurzremise, Kampfschach und eine ungewöhnlich
niedrige Remisquote. Die Weltelite legt sich ins Zeug. Ob man
den davoneilenden Tabellenführer jedoch noch stellen kann,
ist fraglich. Heute darf es der Titelverteidiger Rustam Kasimdzhanov
versuchen, der mit 50% auch viel besser im Turnier liegt, als
es ihm viele zugetraut hätten.
Die Partien können u.a. bei Chessgate
betrachtet werden.
Es fliegen die Fetzen
bei der Schachweltmeisterschaft
der FIDE. In den ersten vier Runden wurden glatte 10 Partien von insegsamt
16 entschieden, die Remisquote ist niedrig wie noch nie bei einem
Turnier solcher Klasse. Nachdem Vishy Anand in der vierten Runde gegen
den Titelverteidiger Rustam Kasimdzhanov überzog und verlor,
musste er seine Führung auch an Veselin Topalov abgegeben, der
derzeit mit 3,5/4 das Feld dominiert. Die Partien können u.a.
bei Chessgate
betrachtet werden.
Die Meldung schlug ein wie
eine Bombe! Kurz nach seinem Sieg im zweitwichtigsten Turnier des Jahres
gab der Weltranglistenerste Garry Kasparov seinen Rücktritt vom
Schachsport bekannt. Zuvor hatte er eine bittere Niederlage in nur 30
Zügen gegen den sensationell aufspielenden Veselin Topalov hinnehmen
müssen. Topalov spielte das Turnier seines Lebens und endete punktgleich
mit 8/12 auf Platz 1, gemeinsam mit Kasparov.
Dennoch stahl Garry dem Bulgaren auch am Schlusstag von Linares die
Show. Sein Rücktritt lässt viel Raum für Spekulationen.
Er selber gab wachsende Unzufriedenheit mit dem Weltschachbund FIDE
als einen Grund an; mehrfach gelang es nicht, einen
WM-Kampf mit Kasparovs Beteiligung zu organisieren.
Doch was sind die wirklichen Gründe? Sicher hat die Niederlage
gegen Topalov nichts mit dem Rücktritt zu tun, denn zuvor spielte
Kasparov wieder einmal ein fantastisches Turnier. Es liegt nun auch
die Vermutung nahe, dass Kasparov eine politische Karriere anstrebt.
2008 sind in Russland neue Präsidentenwahlen und einflussreiche,
finanziell potente Leute spielen mit dem Gedanken, u.a. um Kasparov
herum eine neue
Opposition in Russland zu gründen.
Will Kasparov nun Putin beerben? So weit ist man sicher noch nicht.
Unumstritten ist aber, dass Kasparov, übrigens im genauen Gegenteil
zu seinem früheren Widersacher Anatoly Karpov, schon immer ein
Gegner der regierungsbildenden Partei war.
Nach vier bislang gespielten
Partien führt der Titelverteidiger Wladimir Kramnik in seinem WM-Match
gegen den Ungarn Peter Leko mit 2,5:1,5. Der amtierende Weltmeister konnte
sofort die erste Partie des auf 14 Spiele angelegten Wettkampfs für
sich entscheiden. Leko gelangte im Auftaktmatch mehrfach in Zeitnot, während
die Stellung mit ungewöhnlicher Materialverteilung stets kompliziert
blieb, und griff kurz vor der 2.Zeitkontrolle fehl, als er einen kleinen
Trick Kramniks übersah. Die zweite Partie endete dann schnell Remis.
In Partie drei kam erneut die russische Verteidigung aufs Brett. Leko wich
im 16. Zug von der Vorgängerpartie ab, doch Kramnik zeigte sich erneut
unglaublich gut vorbereitet und präsentierte eine weitere Neuerung
(Dc2). Leko investierte viel Zeit, konnte jedoch erneut nichts aus dem Anzugsvorteil
machen und willigte bald darauf ins Remis ein. In der gestrigen vierten
Partie ging es aus einer scheinbar normalen Stellung gegen Ende heiß
her, als Leko mehrfach Vereinfachungen auswich. Am Ende war er es jedoch,
der mit einem Minusbauern im Turmendspiel um das Remis kämpfen musste,
das er später auch erreichte.
Somit steht es nach vier gespielten Partien 2,5:1,5 für Kramnik. Leko
benötigt mindestens zwei Siege, um Kramnik vom Thron zu stoßen.
Die nächste Möglichkeit dazu hat er am morgigen Samstag.
Man stelle sich vor: In fünf
Runden würde nur eine Partie entschieden, die 14 anderen enden Remis!
Das klingt ja schon fast nach unseren Schieber-Vereinsmeisterschaften der
frühen 90er-Jahre! So geschehen allerdings in Linares, dem "Wimbledon
des Schachs", seit Jahren das am stärksten besetzte Schachturnier
im Jahreskreis.
Zur Ehrenrettung der sieben beteiligten Großmeister sei allerdings angefügt,
dass die meisten Unentschieden Kampfremise waren. Und in Runde sechs gab es
ein weiteres "Resultat". Nachdem in Runde 1 Peter Leko gewann, durfte
sich Alexej Shirov über den ersten vollen Punkt freuen. Opfer war beide
Male der Nachwuchsstar Teimor Radjabov.
Doch im siebten Durchgang, dem letzten der Hinrunde, schlugs ein! Obwohl Radjabov
spielfrei war, wurden alle drei Paarungen entschieden. Kasparov schlug den
jungen Spanier Vallejo, Kramnik besiegte Topalov und Leko rang Shirov nieder.
So führt nach der Hälfte des Turniers Leko mit 4/6 vor Kasparov
und Kramnik mit 3,5/6. Shirov fiel zurück auf 50%, Topalov und Vallejo
haben 2,5 Punkte auf ihrem Konto und Radjabov hält mit 2/6 die rote Laterne.
Seien wir gespannt, was die Rückrunde bringt.
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